Die Installation "Kirche der heiligen Quelle" von Oliver Breitenstein thematisiert Fundalismus in der Kunst und die illusionäre Grundlage der Religion an sich. Er benutzt dazu Kunstgötter und Anleihen bewährter Kulturtechniken, wie zum Beispiel der Verteuflung und Steinigung Andersdenkender zur Erschaffung eines Gemeinschaftsgefühls oder auch den Ritus. Das Wunder der Transsubstantiation spielt ebenfalls eine Rolle in dieser performativen Installation: so bietet der Künstler - der als eine Art böser Clown(bekannt aus der Popkultur wie zum Beispiel bei Stephen King oder dem Joker) in der Installation agiert- "Hostien to go" an. Diese erinnernin ihrer Ikonographie an die Rotoreliefs von Marcel Duchamp.
Die Rotoliefs Duchamps spielen auch in dem ephemeren Andachtsraum aus Plane eine zentrale Rolle, sind sie doch eine langsam drehende Quelle der Erleuchtung und Freude. Während Marcel Duchamp leise zu den Gläubigen spricht, erfährt dieser eine Transzendente Erfahrung durch hypnotische Wirkung der Rotoreliefs. Verstärkt wird die sakrale Wirkung noch durch Fotos, welche den vor Pissoirs betenden Künstler zeigen.
Als Kontrapunkt zu der gläubigen Verehrung Duchamps fotrdert Breitenstein die Betrachter zugleich auf, Steine auf einen auf einen in der Erde steckenden Picassokopf zu werfen. Er gilt den wahren Gläubigen als omniponteter Satan und gehört entsprechend behandelt. |